W.A.P.
Westand Piano Neoclassicfestival

Samstag und Sonntag, 18. und 19. April 2020, 20:00 Uhr

Marie Awadis
ist eine klassische Pianistin, geboren im Libanon als Tochter einer armenischen Familie und lebt zur Zeit in Deutschland. Sie ist bekannt für sensible und warme Klänge. Mit der Zeit entwickelte sich ihr Interesse über die Grenzen der klassischen Musik hinaus zu Jazz, moderner Klassik und Minimal Music und sie begann Stücke zu schreiben und ihre eigenen Kompositionen zu spielen. Intim und poetisch - Maries Musik möchte die Tiefe der menschlichen Emotionen vermitteln. Ihre Musik zeigt Einflüsse, die ihr sie in ihrem Wesen geprägt haben, von den tiefen Wurzeln der klassischen Tradition und immer wiederkehrenden folklorischen und harmonischen Elementen ihrer Heimat Armenien.
Ihre Kompositionen bewegen sich um elegante Melodien und entfalten Diskurse, gleichzeitig tiefgründig und intim um Einfachheit durch die Raffinesse einer klassisch komponierten Sprache des Pianos zu zeigen. Ihre Musik wird als fantasievoll und melancholisch beschrieben, als Kombination der drei verschieden Kulturen, in denen sie aufgewachsen ist, den Zuhörer in ihre Gefühle einladend und sie dennoch die eigene innere Welt erfahren und den eigenen Raum für Fantasie und Bilder schaffen zu lassen.
2015 hat sie ihr erstes Album "Echoes" veröffentlicht, gefolgt von "Searching" im Jahr 2017, das die Reise zu ihren Wurzeln, ihrer Identität und ihrer musikalischen Existenz reflektiert. Seit 2018 spielt sie Konzerte in Deutschland und Europa und arbeitet mit verschiedenen Künstler*innen für Aufnahmen und Konzerte zusammen.
Kürzlich hat sie die Aufnahmen für ihre neues Album auf dem einzigartigen Klavins M189 Concert Una Corda abgeschlossen, das speziell für dieses Instrument geschrieben wurde und dieses Jahr veröffentlicht wird. Außer diesem Album wird sie ein weiteres in diesem Jahr aufnehmen.

Clemens Pötzsch
Der Pianist Clemens Christian Poetzsch wusste schon immer, was Musik für ihn bedeutete: Freiheit. Freiheit, zu improvisieren. Freiheit, neue Klangwelten zu erschaffen. Freiheit, seinem Instinkt zu folgen, wohin der ihn auch führen möge. Schon seine in Zusammenarbeit mit verschiedenen Musikern entstandenen Veröffentlichungen und sein Solo-Debütalbum (People & Places, 2016) zeichneten ihn dabei als ein besonderes Talent aus. Auf seinem neuen Album "Remember Tomorrow" jedoch wird er der Rolle des modernen Komponisten endgültig gerecht und lässt der gesamten Bandbreite seiner musikalischen Fähigkeiten freien Lauf – und das mit erstaunlichem Ergebnis.
"Remember Tomorrow" ist eine Sammlung von dreizehn Songs, die in sich als geschlossene Welt stehen und eine Brücke zwischen Erinnerungen und der Gegenwart schlagen. Dazu verlässt er seine Komfortzone und fügt seinem kompositorischen Mix neue elektronische Elemente und Instrumente hinzu.
Seine Musik, welche mit zahlreichen Preisen bedacht wurde (Preis der deutschen Schallplattenkritik, Solistenpreise), ließ ihn in Asien, Afrika und Japan gastieren. Er arbeitete genreübergreifend mit Künstlern wie dem deutschen Kammerorchester Berlin, Robot Koch, Daniel Hope und Rammstein.
Die zahlreichen ihn beeinflussenden Musiker wie Bach, Keith Jarrett, Ryuichi Sakamoto münden als Erinnerung in diesem zeitgemäßen und individuellem Album, erschienen beim renommierten Berliner Label Neue Meister.

The OhOhOhs Portraitiert von Jan Freitag
Eine Fusion, so viel lässt sich abseits profitabler Firmenzusammenschlüsse zum Nachteil der Angestellten sagen, eine Fusion ist vorwiegend was sehr, sehr Schönes. In der Liebe zum Beispiel führt sie idealerweise zur Verschmelzung zweier Seelen, ohne ihre Persönlichkeiten zu vereinheitlichen. In der Musik dagegen führt sie zur Öffnung verschiedener Stile, ohne denen die Kanten abzuschleifen. Falls Fusionen also gleichermaßen Liebe und Musik zum Ziel haben, kann daraus demnach wirklich Großes erwachsen – davon wissen Florian Wäldele und Florian Dreßler nicht nur deshalb ein Lied zu singen, weil sie den gleichen Vornamen tragen; als Band treiben sie das Prinzip "Fusion" seit geraumer Zeit auf eine Spitze, die jetzt nochmals ein Stück höher gelegt wird.
Anfang des Jahrhunderts nämlich haben die zwei Freunde aus Frankfurt ihr kammermusikalisches Projekt The OhOhOhs gegründet, in dem sie die virtuosen Drums vom einen Flo (Dreßler) mit den meisterhaften Keyboards des anderen Flo (Wäldele) zum elekroanalogen Plüschbartechno verrührt haben, der die Clubs in ganz Hessen und manchmal gar fast der halben Welt zum Kochen bringt. Ende 2014 dann wollte der examinierte Pianist mit seinem autodidaktisch geschulten Schlagzeuger zurück zu den Wurzeln ihrer gegensätzlichen Instrumente und hob parallel das Oh!chestra aus der Taufe.
Gleiche Besetzung, ähnlicher Sound, nur eben etwas anders dargereicht: Ohne Synths & Samples näherte sich das Duo fortan spürbar der traditionellen Klassik an und fusionierte die mitunter vertrackten Klavierarrangements durchs variable Tempo vielschichtiger Drums zu einer neuen Form von Jazz bis Big Beat. Nun aber gehen die Flos einen Schritt nach hinten in die Zukunft und lassen beide Bands ohne Arbeitsplatzabbau zu einer einzigen verschmelzen. Sie heißt The OhOhOhs!!! mit drei dicken Ausrufezeichen, die auch dreierlei zum Ausdruck bringen: Das eine ist ohne das andere nicht denkbar! Das andere läuft dem anderen nie den Rang ab!! Und beides zusammen bündelt die unsterbliche Liebe der beidenKünstler zur Musik in einer eklektischen Innbrunst, die man live erlebt haben sollte, aber nicht muss, um zu fühlen, wie dabei Hingabe und Schweiß aus jeder Note tropft. Mit Anfang 40 schalten die zwei perfektionistischen Improvisationsgenies also nochmals einen Gang hoch und fusionieren zwei Fusionen zu einer Fusionsfusion, die wahrhaftig Generationen, Schichten, Subkulturen verbindet. Denn während das Oh!chestra nicht zwingend, aber irgendwie organisch reifere Sichtweisen auf die Musik bedient hat, funktionierten The OhOhOhs auch im jugendlichen Partykosmos, was auf Jahre hinaus gefeierte Gigs eines Festivals, das nicht ohne Grund "Fusion" heißt, ebenso belegen wie zahllose Kellerkonzerte im urbanen Underground.
Jetzt können endlich auch all die verschiedenen Peergroups zusammenkommen und Konventionen eben Konventionen sein lassen, wenn Piano mit Keyboards, Percussion mit Drums, Klassik mit Elektrobeats, Virtuosität mit Spielfreude und schwerer Spaß mit leichtem Ernst verschmilzt. In der schönsten Fusion des Jahres, ach – aller Zeiten.

LAVALU
Pressestimmen zu "Solitary High":
"Es ist so atemberaubend schön, dass sie in der Tat auf einer einsamen Höhe wohnt." - Subjectivisten
"LAVALU’s low volume music has inner-circle favourite written all over it" - Here Comes The Flood
"Desolate and hauntingly beautiful." - 8weekly
LAVALU ist es gelungen, einen Stil zu entwickeln, in dem Einflüsse der großen Liedermacher und klassischen Komponisten kombiniert zu hören sind. Das ist die heutige Kammermusik. Sie befindet sich mitten in der Schaffung einer Trilogie, die von Komponisten wie Schubert und Debussy inspiriert wurde. Klavier. Stimme. Ehrlich und nackt. Texte, die als Geschichten über stumpfes Verlangen gelesen werden können. Sie ist eine zeitgenössische Romantikerin.
Die "Rise"-Trilogie ist ihr bisher bestes Werk. Der erste Teil Solitary High wurde von der Kritik sehr gelobt. Und nun schießt sie mit reiner und verfeinerter Energie das zweite Kapitel in den Himmel: Midair.

CEEYS
... sind die vielseitig talentierten Instrumentalisten und Musiker Sebastian und Daniel Selke. In der Verbinden der gemeinsame Leidenschaft für Musik mit der konstanten Zusammenarbeit mit Ólafur Arnolds und Peter Broderick veröffentlichten sie 2019 ihr aktuelles Album Hiddensee. Ihre vierte Duo-Produktion hat schnell viele Zuhörer gefunden und Zuspruch von unter anderem Mary Anne Hobbs und dem BBC Radio 6 bekommen:
"Das ist ein außergewöhnliches Stück Musik. Die Arbeit der zwei Brüder Sebastian am Cello und Daniel am Klavier - zusammen sind sie CEEYS. Ich habe die beiden Stücke des neuen Albums kürzlich bei einem Gig in Berlin uraufführen sehen gesehen. Das Projekt wurde über die Gebäude, die die Brüder in ihrer Kindheit auf den Straßen von Ost-Berlin umgeben haben, geschrieben."
Sie planen bereits die vierte Ausgabe ihres aufstrebenden Q3Ambientsfest - eine Veranstaltung für zeitgenössische Musik, das 2020 in Zusammenarbeit mit dem Duo-Projekt CONSTANT PRESENCE von Peter Brodericks und Daniel O'Sullivan. Die Performance folgt ihrem ersten Album auf Thesis Project, erschienen als 10 inch Vinyl mit handgemachter Kunst von Gregory Euclide.

Hior Chronik
wurde 1974 in Athen geboren. Seine Beziehung zur Musik begann damit, dass er als Radioproduzent bei Jazz FM sowie als Redakteur in mehreren Musikzeitschriften arbeitete. Die Beschäftigung mit der Produktion begann vor sieben Jahren, und seine Aufmerksamkeit hat sich auf minimalistische Ambient-Piano-Muster gelenkt. Seine Musik hat mehrere Filme, Dokumentarfilme und Kunstperformances untermalt, und sein Debütalbum mit dem Titel "I'm a tree" erschien 2010 bei Enregistrements Variables, wobei Partnerschaften für ihn eine zentrale Inspiration und Motivation für die Musikproduktion darstellen. Das zweite Solo-Album mit dem Titel "Unspoken words" wurde im November 2011 von Mu-Nest veröffentlicht. Hior hat ein weiteres Nebenprojekt unter dem Namen Pill-Oh, die 2012 das Album "Vanishing Mirror" im Kitchen Label veröffentlicht haben. Das zwei Jahre nach seiner Soloarbeit für das Kitchen.Label entstandene Album namens "Vanishing Mirror" umfasst viele Kooperationen mit Sophie Hutchings, Field Rotation, Halo etc. Danach machte er zwei Kollaborationsalben mit Mikael Delta für Sun Sea Sky-Produktionen mit dem Titel "The First Ray" und Arovane für ASIP mit dem Titel "In Between".
Das Jahr 2017 war das produktivste für Hior Chronik. Eine weitere Veröffentlichung mit Arovane mit dem Titel "Into my own" erschien im Mai und sein persönliches Solowerk für 7K! Label "Out of the dust" Ende Dezember. Er spielt Klavier für Christian Lofflers Ensemble und sein neues Album "Descent", das Ende letzten Jahres bei Ki Records unter dem Namen "Hior" veröffentlicht wurde ist weitgehend von der Berliner Musikszene und -kultur beeinflusst.

Samstag spielen:
1. Marie Awadis
2. Clemens Pötzsch
3. The OhOhOhs

Sonntag spielen:
1. LAVALU
2. CEEYS
3. Hior Chronik

Tickets telefonisch unter 0531 16 606 sowie bei konzertkasse.de.

westand Event- und Kulturzentrum
Westbahnhof 13
38118 Braunschweig
info@westand.de